Hamtonio der Mutige (Oktober 2018- †Februar 2021)
Hamtonio war unser erster Hamster. Wir haben ihn im Oktober 2018 in einem Zoofachgeschäft entdeckt. Damals war er etwa zehn Wochen alt – in vielen Läden erfährt man leider nichts Genaueres über das Geburtsdatum. Wir hatten uns im Vorfeld nicht auf eine bestimmte Hamsterart festgelegt, sondern uns lediglich ein wenig eingelesen und Bilder angeschaut. Letztendlich haben wir uns im Laden für den kleinen Kerl entschieden, der uns sofort ins Auge fiel.
Hamtonio war ein Dsungarischer Zwerghamster. Sein Fell war größtenteils weiß, mit einem charakteristischen grauen Aalstrich über der Wirbelsäule und einer leichten Graufärbung im Gesicht. Als wir ihn sahen, saß er gerade vor seinem Häuschen und putzte sich eifrig. Ich zeigte auf ihn und sagte: „Der da!“. Was für mich eine einfache Entscheidung war, war für Hamtonio der Beginn einer (kurzen) wilden Jagd durch das Gehege, bis er sicher in der Transportbox saß.
Für den Heimweg nahmen wir etwas Streu aus seinem alten Käfig mit und wickelten die Box in einen Schal, da es draußen schon recht kühl war. Die Dunkelheit half ihm zudem, sich während der Fahrt ein wenig zu beruhigen.

KÄFIG
Im neuen Zuhause angekommen, durfte er sein Revier beziehen. Wir hatten Glück und konnten über eBay ein geeignetes Gehege finden – was gar nicht so einfach ist, da viele im Handel angebotene Käfige leider viel zu klein sind. Hamtonios Reich hatte die Maße 95 x 55 x 40 cm.
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Laufrad: Sein erstes Rad hatte einen Durchmesser von 21 cm. Da dies für einen geraden Rücken zu klein war, haben wir es Ende 2019 durch ein Modell mit 28 cm Durchmesser ersetzt.
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Sandbad: Da Hamtonio Sandbäder liebte (und sie gleichzeitig als Toilette nutzte), stellten wir ihm insgesamt drei Schüsseln zur Verfügung. Breite, flache Schüsseln eignen sich hierfür am besten. Unser Geheimtipp: In der Hundenapf-Abteilung findet man oft perfekte Optionen!
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Einrichtung: Neben dem Häuschen – wir wählten ein Modell mit abnehmbarem Dach zur Nestkontrolle – bekam er eine Kokosnuss, einen Kräutertunnel und eine Tasse mit Heu.
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Beschäftigung: Wir haben oft Eierkartons als Verstecke und „Futter-Fundorte“ genutzt. Wichtig dabei ist, bedrucktes Papier vorher zu entfernen, da die Tinte schädlich sein kann.
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Ebenen: Wir haben ihm zusätzliche Etagen eingebaut. Mit etwas Sperrholz aus dem Baumarkt, Schleifpapier und ein wenig Geduld klappt das auch ohne großes handwerkliches Geschick. Hamster sind zwar keine Kletterkünstler (Vorsicht bei Fallhöhen über 15 cm!), nehmen zusätzliche Laufflächen aber gerne an.
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Einstreu: Anfangs nutzten wir Holzstreu (ca. 15 cm hoch), sind später aber auf eine staubarme Mischung aus Papier- und Hanfeinstreu umgestiegen.

FUTTER
Frischfutter gab es für Hamtonio jeden Abend. Da wir damit erst nach etwa zwei Monaten richtig begannen, wurde er mit der Zeit etwas wählerisch.
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Täglich: Zucchini, Gurke, Fenchel, Sellerie und Paprika. Karotten mochte er interessanterweise nicht besonders.
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Gelegentlich: Salat, Brokkoli sowie kleine Mengen Obst wie Heidelbeeren, Erdbeeren oder Apfel.
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Besonderes: Erdnüsse (sein absoluter Favorit!) und Sonnenblumenkerne gab es als seltene Leckerbissen.
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Trockenfutter: Wir haben auf eine hochwertige, nicht zu fettige oder zuckerhaltige Mischung geachtet.
Als das Kauen im hohen Alter schwerer wurde, haben wir ihm täglich einen speziellen Kräuterbrei für Nagetiere angeboten. Selbst mit wackeligen Beinen kam er sofort angelaufen, sobald der Napf frisch serviert wurde.
Genutztes Breifutter: https://www.zooundco.de/shop/kleintier/Hauptfutter/JR-FARM-Breifutter-Granivoren-200g.html

Verhalten
Hamtonio war von Anfang an ein sehr zutraulicher und sanftmütiger Zeitgenosse. Er beschwerte sich fast nie und machte nur Geräusche, wenn er wirklich Angst oder Schmerzen hatte. Jeden Tag kam er ans Gitter, um uns zu begrüßen, und ließ sich vorsichtig auf die Hand nehmen.
Ein faszinierendes Detail: Mit zunehmendem Alter wechselte seine Fellfarbe von Grau-Weiß zu fast komplettem Weiß. Er war bis zum Schluss ein kleiner Kämpfer, auch wenn sein Gang im Alter etwas unsicher wurde.

Krankheitsfälle
Leider blieb Hamtonio in seinem Leben nicht von Krankheiten verschont, was bei Tieren aus dem Zoohandel aufgrund der Zuchtbedingungen leider häufig vorkommt.
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Rattenmilben (Pfingsten 2019): Durch importiertes Zubehör schleppten wir uns Milben ein. Die Behandlung mit Stronghold, eine komplette Grundreinigung und das Ausbacken aller Holzgegenstände im Ofen waren sehr stressig, aber letztlich erfolgreich.
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Tumore (März 2020): Wir entdeckten Wucherungen am Bauch. Trotz des Risikos entschieden wir uns für eine OP. Hamtonio überstand sie heldenhaft – die Aussicht auf eine Belohnungs-Erdnuss hat ihn wohl wachgerüttelt. Leider handelte es sich um bösartigen Gewebekrebs.
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Später Lebensabend: Eine weitere OP im Juli schenkte ihm noch einmal wertvolle Zeit. Gegen Ende 2020 wurde er sichtlich schwächer, das Fell lichter und er konnte nicht mehr im Rad rennen. Doch für ein Stück Paprika oder eine Erdnuss mobilisierte er immer noch all seine Kräfte.
Hamtonio ist am 01.02.2021 friedlich während des Fressens verstorben. Er wurde bis zum letzten Moment über alles geliebt und hinterlässt eine große Lücke.
Wir vermissen dich, kleiner Abenteurer!
